
Bewusster Umgang mit Alkohol
Der bewusste Umgang mit Alkohol ist für viele Menschen eine Herausforderung – sei es im Rahmen einer MPU-Vorbereitung, nach einer einschneidenden Erfahrung oder einfach aus dem Wunsch heraus, gesünder zu leben. Zwei grundlegende Strategien haben sich dabei bewährt: der vollständige Verzicht (Abstinenz) und das kontrollierte, risikoarme Trinken. In diesem Blogartikel zeigen wir Ihnen, wie Sie beide Ansätze in der Praxis umsetzen können und welche Maßnahmen zur Erfolgskontrolle sinnvoll sind.
1. Der Plan für vollständige Abstinenz
Die Entscheidung für eine vollständige Alkoholabstinenz kann viele Gründe haben – gesundheitliche Probleme, negative Erfahrungen oder der Wunsch nach einem selbstbestimmteren Leben. Damit diese Entscheidung erfolgreich umgesetzt wird, ist eine systematische Planung unerlässlich.
a) Motivationsanalyse Der erste Schritt besteht darin, die eigene Motivation zu hinterfragen:
Warum möchte ich auf Alkohol verzichten?
Welche Vorteile bietet mir die Abstinenz?
Häufige Gründe sind die Verbesserung der Gesundheit, eine höhere Lebensqualität und die Wiederherstellung der eigenen Selbstkontrolle. Notieren Sie Ihre persönliche Motivation in einem Tagebuch – das hilft Ihnen, sich an Ihre Gründe zu erinnern, wenn es schwierig wird.
b) Ziele setzen Teilen Sie Ihre Ziele in kurzfristige und langfristige Etappen:
Kurzfristige Ziele: Eine Woche, einen Monat oder drei Monate ohne Alkohol.
Langfristige Ziele: Ein Jahr Abstinenz, dauerhafte Abstinenz.
c) Risikomanagement Um Rückfällen vorzubeugen, sollten Sie Ihre individuellen Risikofaktoren kennen.
Welche Situationen führen typischerweise zum Griff zum Glas?
Welche emotionalen Auslöser spielen eine Rolle?
Entwickeln Sie alternative Verhaltensstrategien und bereiten Sie sich mental auf kritische Situationen vor.
d) Selbstkontrolltechniken Achtsamkeitstraining und die regelmäßige Führung eines Tagebuchs sind effektive Methoden, um Versuchungen zu widerstehen. Dokumentieren Sie Ihre Gedanken und Gefühle – dies hilft Ihnen, Muster zu erkennen und aktiv gegenzusteuern.
e) Maßnahmen bei Rückfallgefahr Rückfälle sind menschlich und können vorkommen. Entscheidend ist, vorbereitet zu sein:
Erstellen Sie einen Rückfallplan: Wen können Sie anrufen? Welche Strategien helfen Ihnen konkret?
Halten Sie Ihren Haushalt alkoholfrei, um Versuchungen gar nicht erst aufkommen zu lassen.
2. Der Plan für kontrolliertes, risikoarmes Trinken
Wer sich gegen eine vollständige Abstinenz entscheidet, kann dennoch einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol pflegen. Das kontrollierte Trinken erfordert jedoch ein hohes Maß an Selbstdisziplin und Kontrolle.
a) Regelaufstellung Die Einhaltung klarer Regeln ist entscheidend:
Männer: Maximal 24 Gramm Reinalkohol pro Gelegenheit und maximal 5, besser nur 2-3 Trinkgelegenheiten pro Woche.
Frauen: Die Hälfte der Menge.
b) Situative Einschränkungen Alkohol und Verkehrsteilnahme sind absolut unvereinbar. Stellen Sie sicher, dass Sie bei jeder Trinkgelegenheit wissen, dass keine Fahrt ansteht.
c) Kontrollmechanismen Ein Trinktagebuch ist ein wichtiges Hilfsmittel, um den Konsum im Blick zu behalten. Notieren Sie, wann, wie viel und in welchem sozialen Kontext Sie Alkohol konsumiert haben. Ergänzen Sie die Einträge mit Selbstreflexionen:
Warum habe ich getrunken?
Hätte ich es vermeiden können?
d) Verhaltensalternativen Suchen Sie nach alkoholfreien Genussgewohnheiten – sei es ein spezieller Tee, ein alkoholfreier Cocktail oder das bewusste Genießen einer anderen kulinarischen Spezialität.
e) Selbstkontrolle stärken Achtsamkeit ist auch hier ein wichtiger Baustein. Zusätzlich kann es hilfreich sein, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen – sei es in Form von Beratungen oder Selbsthilfegruppen.
3. Dokumentation und Erfolgskontrolle
Egal, ob Abstinenz oder kontrolliertes Trinken – regelmäßige Reflexion und Dokumentation sind unverzichtbar. Ein Tagebuch unterstützt die Selbstkontrolle und hilft dabei, Erfolge sichtbar zu machen. Vor allem in der Anfangsphase ist eine konsequente Dokumentation ratsam.
Reflektieren Sie regelmäßig Ihre Fortschritte:
Haben Sie die festgelegten Regeln eingehalten?
Welche Situationen waren besonders herausfordernd?
Wie haben Sie auf Versuchungen reagiert?
Bildquelle: DALL-E